Ausstellung
BERG OHNE HORIZONT Michael Höpfner
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Alpenverein Museum in Innsbruck.
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Eröffnung: Donnerstag, 28.05.2026 um 19 Uhr
Begrüßung: Iris Mailer-Schrey, Kulturreferentin und Stadträtin der Stadt Schwaz
Sonja Fabian, Abteilung Archiv und Museum, Alpenverein Museum in Innsbruck
zur Ausstellung: Karin Pernegger, Direktorin und Kuratorin Kunstraum Schwaz
"Meine künstlerische Arbeit beginnt immer mit einer Wanderung die ich als Suche verstehe. Ich versuche mich durch das Gehen von Regeln und Ablenkungen zu befreien; damit meine ich Konsum, tägliche Abläufe, soziale Regeln, etc.; diese versuche ich sprichwörtlich zu um-gehen. Schreiben, Zeichnen und Fotografieren bilden in meiner künstlerischen Arbeit eine für mich immer wieder zu überarbeitende Einheit und auch Widerspruch."
Der Niederösterreichischen Künstler Michael Höpfner (1972) hat nicht nur bei Hamish Fulton studiert, sondern mit ihm bis heute mehrere gemeinsame Projekte konzipiert, wie zum Beispiel 2024 die Kuratierung der Gruppenausstellung „The Walking Mountain“ im National Mountain Museum in Turin. Seit den 2000 Jahren führten ihn regelmäßige Weitwanderungen in die entlegensten Gebiete Osteuropas, Chinas und Asien. Er dokumentiert seine Wanderungen mit s/w Fotografien seiner Hasselblad Fotokamera und Tagebuchnotiz, sowie Zeichnungen. Das Thema der sich vernetzenden und verlierenden Wegstrecken am Berg dokumentiert er im Ausstellungsraum mit durch den Raum gespannten bunten Wollfäden. Im Zuge einer Weitwanderung hatte er ein Nomadenvolk begleitet, dass ihm eine besondere Technik des Wollespinnens beibrachte. Um die Monotonie des Gehens aufzubrechen, begannen sie eine Handfertigkeit zu entwickeln, die ihnen das Spinnen von Wolle auf im Gehen erlaubte. Fortan verwendet Höpfner, die er auch in seine performativen Wanderungen einfließen lässt.
"Gehendes Erforschen und intuitives Abgehen steht in komplexer Beziehung und Reibung zu von Menschen geschaffenen Orten, Territorien, politischen und militärischen Spannungen. Ich musste seither verstehen, dass zu Fuß gehen in der Kunst des 21. Jahrhunderts weder mit historischer Romantik des 19. Jahrhundert noch mit Land Art des 20. Jahrhundert zu tun hat. Im gehenden Blick auf die Welt heute treibt mich ein existentieller Blick auf das Mensch-sein und unsere ideologischen Verschränkungen von Idealismus, Ökologie, Nationalismus, Technologie und Esoterik. Es ist die nicht erklärbare Natur, die mich anzieht - und eine Suche nach dem Verhältnis des modernen Menschen zu dieser Welt und Realität in der wir sind, die aber nicht nur unsere ist." (Zitat aus: From Here to Tibet – a conversation between two walking artists, Hamish Fulton, Michael Höpfner)
Neben Werken von Michael Höpfner zeigen wir vom Künstler ausgewählte Sammlungsstücke des Alpenverein Museum in Innsbruck, die ebenso das Gehen in weiter Landschaft thematisieren, wie zum Beispiel das letzte Expeditionstagebuch von Hermann Buhl, das sieben Tage vor seinem tragischen Absturz am Chogolisa mit dem Eintrag am 20.06.1957 endet oder Auszüge aus dem Expeditions-Fotoalbum von Peter Aufschnaiter mit Ansichten aus Tibet, sowie weiteren Artefakten. Die Ausstellung wird mit den historischen Leihgaben wesentlich erweitert.
Dank an Gerald Zagler, Leitung Museum und Öffentlichkeitsarbeit, Alpenverein Museum Innsbruck
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